Aktiv werden im Berufsverband!

Informieren und aktiv werden

Heute habe ich Euch einige Informationen über den Deutschen Berufsverband für Frühpädagogik e.V. (DBFF) mitgebracht.

http://dbff.eu
http://dbff.eu

Ich finde es sehr wichtig, dass wir uns in einem Berufsverband organisieren und damit eine gemeinschaftliche Stimme haben und eine Vertretung, die für unsere Interessen eintritt.

Jetzt denkst Du bestimmt: Wird auch Zeit! Genauso sehe ich das auch.

Und um mehr über den Berufsverband zu erfahren habe ich Jannes interviewt, der aktiv im Vorstand arbeitet und uns berichten wird.
Viel Spaß!

Jannes, Du bist aktiv als Vorstandsmitglied beim „Deutschen Berufsverband für Frühpädagogik e.V.“ Kannst Du uns etwas über den Verein erzählen?

Die Vereinsgründung geht auf eine studentische Initiative im Jahr 2007 zurück, die dazu führte, dass wir zu siebt, alle Studierende der Integrativen Frühpädagogik, 2008 den Deutschen Berufsverband für Frühpädagogen e.V. (DBDF) gegründet haben.

2011 erfolgte dann die Umbenennung in Deutscher Berufsverband für Frühpädagogik e.V. (DBFF), noch bevor es zu einem Vorschlag einer ersten einheitlichen Berufsbezeichnung kam.  Wir haben uns damals entschlossen, einen Berufsverband zu gründen um Studierenden und Absolvent*innen über Hochschulgrenzen hinweg zu vernetzten und einen Ort der Interessenvertretung zu bieten.

Aus meiner Sicht ist ein eigener Berufsverband dringend notwendig, wenn wir Kindheitspädagog*innen als Profession wahrgenommen werden wollen.  Mittlerweile hat der Berufsverband etwas über 100 Mitglieder in 12 Bundesländern. Das ist auf jeden Fall noch ausbaufähig, darum haben wir vor Kurzem, auf der letzten Mitgliederversammlung in Hannover, wichtige Weichen gestellt und eine umfassende Namens- und Satzungsänderung beschlossen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Vereinsregisters, heißt der Berufsverband zukünftig Deutscher Berufsverband für Kindheitspädagogik e.V. (DeBeKi). Damit tragen wir der sich durchgesetzten Berufsbezeichnung „Kindheitspädagogen“ Rechnung und sind so auch besser als Berufsverband für die Studierenden und Absolvent*innen erkennbar.

Um in der Breite zu wachsen, gibt es nun auch die Möglichkeit der Bildung von Landesverbänden im Rahmen des DeBeKi. Damit wollen wir auch die jeweilige Interessenvertretung auf der Landesebene stärken. Dafür wünschen wir uns weitere interessierte und engagierte Mitglieder, damit wir mit mehr Kraft und Ideen unsere Profession voranbringen.

Aber auch Studierende und Absolvent*innen, die keine Zeit für eine engagierte Mitarbeit haben, sind herzlichst willkommen, denn allein durch ihre Mitgliedschaft stärken sie schon den Berufsverband und die Profession Kindheitspädagogik.

Mir ist auch wichtig zu betonen, dass wir durch die institutionelle Mitgliedschaft in der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit (BAG-BEK) sehr gute Möglichkeiten der Interessenvertretung und Vernetzung auf der Bundesebene haben.

Was sind denn zurzeit die wichtigsten Themen, die Euch im Verband beschäftigen?

Wir sind an einem Punkt angekommen, wo es darum geht, die Profession voranzubringen und  aktiv selbst mit zu gestalten.

Nach wie vor ist die 2011 durch die JFMK empfohlene Berufsbezeichnung und die Vergabe der staatlichen Anerkennung nicht in allen 16 Bundesländern eingeführt, z.B. in Niedersachsen ist dies noch nicht erfolgt. Das kann ich zum einen aus fachlich-inhaltlicher Sicht nicht nachvollziehen, wenn wir von der notwendigen fachlichen Weiterentwicklung im Bereich der Bildung, Betreuung und Erziehung in der Kindheit sprechen, und zum anderen sehe ich es auch als berufliche Benachteiligung von Absolvent*innen an.  Der Wechsel zwischen den Bundesländern ist zum Teil erschwert, weil die Anerkennung des Abschlusses nicht zwangsläufig gegeben ist.

Daher ist für uns derzeit ein zentrales Anliegen ein Berufsprofil auszudifferenzieren, damit wir Träger noch besser informieren und von „Staatlich anerkannten Kindheitspädagog*innen“ überzeugen können. Vielerorts fehlt es an genauen Informationen und die Vorstellungen sind mitunter durch Vorbehalte geprägt. Wir arbeiten dazu in einer Arbeitsgruppe im Rahmen der AG Berufspolitik der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit (BAG-BEK) an einer Broschüre um das Berufsprofil in der Trägerlandschaft bekannter zu machen.

Verbandsintern beschäftigt uns besonders der Ausbau des DBFF bzw. des zukünftigen DeBeKi. Wir sind an einem wichtigen Punkt angekommen, wo es darum geht, die Profession voranzubringen und besonders aktiv selbst mit zu gestalten. Dazu müssen wir Absolvent*innen und Studierende noch besser untereinander vernetzen, gemeinsame Ziele definieren und vor allem unsere berufspolitischen und fachlichen Interessen vertreten.

Wie bist du zu deinem Engagement gekommen und was motiviert dich?

Das Engagement hat sich im Laufe meiner Ausbildungs- und Studienbiographie entwickelt. In der Ausbildung zum Sozialassistenten bin ich, eher ungewollt, in die Rolle gekommen, mich für die Interessen der Klasse einzusetzen. Das verstärkte sich dann noch weiter in der Erzieherausbildung.

Mir machte es aber auch Spaß und wichtig war die Erkenntnis, gemeinsam mit anderen etwas bewegen zu können. Im Studium führte es dazu, dass ich mich früh im Fachschaftsrat „Soziale Arbeit und Gesundheit“ für die Interessen des Studiengangs einsetzte und darüber irgendwann auch im Vorsitz landete. Hinzu kam noch zeitweilig die Vertretung im Studierendenparlament. Das sollte mich dann später auch in den AStA Vorstand bringen.  Bereits im 2. Semester des Bachelorstudiums war ich  an der Gründung des Berufsverbandes beteiligt. Damals gab es keine Berufsbezeichnung, geschweige denn eine staatliche Anerkennung. Die Zukunft war undeutlich für uns Studierende und Absolvent*innen. Die Notwendigkeit einer beruflichen Interessenvertretung war daher naheliegend.

Allgemein motiviert mich die Erkenntnis und Gewissheit, dass ich selbst verantwortlich bin für mein Sein und meine Zukunft. Darauf zu warten, dass andere für mich kämpfen, ist nicht wirklich zukunftsträchtig und keine Alternative für mich. Als Kindheitspädagoge habe ich schließlich auch den Anspruch Kinder dabei zu begleiten, ihre eigene Selbstwirksamkeit zu unterstützen. Durch den Beitrag zur Stärkung der Selbstkompetenz werden Bildungsprozesse und Persönlichkeitsentwicklung gefördert – das gilt genauso für uns!

Was würdest du dir für unsere Berufsgruppe und für den Berufsverband wünschen?

Ich wünsche mir für uns, dass wir in der Gesellschaft als eine wichtige Profession wahrgenommen werden. Natürlich wünsche ich mir auch, die verdiente Anerkennung in Form einer adäquaten Bezahlung und vor allem vernünftige Arbeitsbedingungen, damit wir die bestmögliche Arbeit für Kinder, die unserem beruflichen Ethos entspricht, leisten können. Davon würden wir, gesamtgesellschaftlich gesehen, alle profitieren.

Und für den Berufsverband wünsche ich mir 16 Landesverbände und möglichst viele Kindheitspädagog*innen, die sich zusammen für unsere Interessen einsetzen. Im Bundesvorstand sind Mitstreiter*innen auch herzlichst willkommen :)!

Vielen Dank für das Interview, Jannes!

Jetzt wisst Ihr ja, was zu tun ist: Gleich Mitglied werden und es weitererzählen.

1 Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*