Bist Du eigentlich gut vernetzt?

„Netzwerk“ ist ja eigentlich ein Begriff, der uns im täglichen Sprachgebrauch des Öfteren begegnet.
Doch wenn ich ehrlich bin: bei mir hat es bis zum letzten Semester meines Bachelors gedauert, bis ich erkannt habe wie sinnvoll und gewinnbringend aktive, berufliche Netzwerkarbeit ist.

Aber schauen wir doch erstmal genauer hin:

Netzwerk?! Alles klar oder?

Netzwerke sind zunächst als Gruppen mit einem gleichen oder ähnlichen Interesse bzw. Anliegen zu verstehen, die sich z. B. durch den Austausch von Informationen unterstützen. Die Akteure in diesem Netzwerk sind rechtlich gesehen selbstständig handelnde Personen – es besteht keine wirtschaftliche Abhängigkeit.

Netzwerke können unterschiedliche Strukturen haben. Es gibt sie als lose Kontaktvernetzung zwischen Menschen, die ein ähnliches Interesse verfolgen. Es gibt aber auch Gruppen, die sich in einer festeren Struktur zusammen gefunden haben. Bei diesen strukturierten Netzwerken gibt es beispielsweise regelmäßige Treffen, Veranstaltungen werden organisiert und in einem aktiven Prozess werden Entwicklungen zu spezifischen Themen vorangetrieben.

Diese unterschiedlichen Strukturen bedingen natürlich auch die Art und Weise der Kommunikation. Es gibt Netzwerke, die per E-Mail über einen großen Verteiler kommunizieren. Es gibt sie in den sozialen Medien. Dann gibt es aber auch regionale Vernetzungen, wo der Austausch eher persönlich stattfindet.

Bei allen Netzwerken gilt aber: Der Informationsaustausch ist das Ah und Oh. Es ist also ein Geben und Nehmen und im besten Fall entstehen „Win-Win-Situationen“.

Wie Ihr Euch bei dieser Definition eines Netzwerks sicherlich vorstellen könnt, kann eine Person mit verschiedenen Interessen und Anliegen auch in unterschiedlichen Netzwerken aktiv sein.

Beruflich macht „netzwerken“ für den Bereich der frühen Bildung deshalb so viel Sinn, da die Berufsgruppen von einem Informationsaustausch und einer gegenseitigen Unterstützung stark profitierten können. Netzwerke haben ein großes Entwicklungspotenzial und nicht selten entstehen, wie bereits angesprochenen, Arbeitsgruppen oder Projekte.

Sie sind also auch eine Antwort auf aktuelle Herausforderungen und ein sich schnell wandelndes Anforderungsprofil im pädagogischen Bereich.

Und wie funktioniert das genau?

Um die Vorteile eines Netzwerks zu nutzen, bleibt natürlich erstmal die Frage, wie man das Ganze angehen kann.

Hier mal drei verschiedene Arten wie wir uns vernetzten können:

  • Dein Schwerpunktthema ist ein guter Ausgangspunkt

Du hast ein bestimmtes Themenfeld als dein Spezialthema gefunden oder willst dich eher auf eine Altersgruppe fokussieren? Dein Schwerpunktthema ist ein guter Anknüpfungspunkt um ein bereits bestehendes Netzwerk ausfindig zu machen.

Ganz einfach bei Google oder Facebook mit der Suche beginnen.

Zum Testen habe ich gerade „Netzwerk frühe Hilfen“ und „Netzwerk Hort“ eingegeben.

Ergebnis: Funktioniert.

  • Ein neues Netzwerk gründen

Du hast ein Interesse oder ein Anliegen und willst dich mit Gleichgesinnten austauschen? Dann kannst du auch ganz einfach ein Netzwerk initiieren – dank Internet und „social media“ ist das heute ja kein allzu großes Problem mehr.

Netzwerke sind zwar dynamische und komplexe Gefüge, brauchen aber doch Moderation und Anstoß. Vielleicht ist die Rolle des Initiators ja genau das Richtige für dich.

  • Auf Veranstaltungen oder im Beruf ein Netzwerk knüpfen

Der klassische Weg ist und bleibt der Kontakt und die Vernetzung im persönlichen Kennenlernen. Dafür sind Veranstaltungen wie Fachtage oder Fortbildungen gut geeignet (Warum Fachtage eh eine gute Idee sind findest du hier).

Aber auch Kontakte aus Praktika oder anderen beruflichen Kontexten können zu einem persönlichen, beruflichen Netzwerk werden. Es lohnt sich also bei interessanten Personen die eigenen Interessen einmal zu erwähnen und Kontaktdaten auszutauschen – du weißt nie wann und warum dieser Kontakt noch einmal wichtig sein könnte.

Ein Netzwerk trägt – im wahrsten Sinne des Wortes

Womit wir auch schon bei dem Punkt angelangt sind, warum ich Dir ganz persönlich empfehle Dich um Netzwerke zu kümmern:

Diese Netzwerke sind nicht nur Sammelbecken vieler unterschiedlicher Erfahrungen und Ideen, nicht nur Anstoß für Projekte und Entwicklungen im Feld sondern können sich auch als Dein persönlicher Katalysator in Deinem beruflichen Werdegang herausstellen.

Wichtige Informationen, Veranstaltungen, Neuerscheinungen und Diskussionen bringen Dich ohne Zweifel auch einen großen Schritt weiter – besonders wenn es sich um Dein Schwerpunktthema handelt, auf das Du beruflich oder fachlich im Studium spezialisiert bist.

Stell Dir aber erstmal vor, Du suchst einen neuen Job, ein Praktikum, oder einfach nur Teilnehmer für deine Forschung – genau in solchen Momenten sind Deine Netzwerke Ansprechpartner und bringen Dich nach vorn.

Dabei darf man aber nicht vergessen, dass solche Netzwerke von der aktiven Beteiligung aller leben. Schließlich hat man sich auf Grund eines gemeinsamen Interesses zusammengefunden und sollte auch folglich daran interessiert sein, dass dieses Netzwerk funktioniert.

Keine gute Idee also, ein Netzwerk lediglich für den eigenen Vorteil zu nutzen, aber nicht bereit zu sein etwas im Gegenzug zu geben.

Konkret heißt das:

Sei aktiv im Netzwerk

  • Nimm an Veranstaltungen, Regionaltreffen oder Arbeitsgruppen teil
  • Pflege die Kontakte deines Netzwerks, ob persönlich oder via Internet
  • Teile deine Informationen
  • Wenn du etwas bekommen hast, versuch etwas zurück zu geben

Ich bin gerne vernetzt und bin begeistert von der Idee, die dahintersteht: Ein gemeinsames Interesse und der Informationsaustausch von dem alle profitieren. Netzwerke sind eine langfristige Investition, die auf Grund der Dynamik, die sie nun mal entwickeln, mal mehr mal weniger förderlich für die eigene Situation sind.

Aber glaub mir: Mindestens einmal wird der Zeitpunkt kommen, an dem Du froh bist wenn du aktive Netzwerkarbeit geleistet hast und Dein Netzwerk tragfähig ist.

Hier noch zwei Beispiele, von Netzwerken, in denen ich aktiv bin:

Netzwerk Fortbildungen: Kinder bis drei

QuiKK – Qualität in der Kinderkrippe und der Kindertagespflege

Viel Spaß beim Netzwerken – und weil das mit vielen Mescnhen besser geht: Teilt den Artikel, erzählt davon und hinterlasst ein Kommentar: Wo seit Ihr vernetzt? Oder zu welchem Thema würdet Ihr gern ein Netzwerk finden?

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