Kindheitspädagog*innen – Profil und Profession

Kennt Ihr eigentlich auch die Frage:

Kindheitspädagogik? Und was macht man später damit?

Oder habt Ihr Euch diese Frage schon einmal selbst gestellt? Zu Beginn meines Studiums ging es mir beispielsweise so. Ganz genau konnte ich nicht beschreiben „was man eigentlich später damit macht“.

Zur Zeit gibt es 113 Bachelor-/Masterstudiengänge und Studienschwerpunkte im Bereich der Kindheitpädagogik (vgl. Stieve & Dreyer, 2015).

Aktuelle Diskussionen, die Einführung der Berufsbezeichnung und die damit verbundene staatliche Anerkennung in fast allen Bundesländern (13 von 16) und nicht zuletzt ein hohes Engagement verschiedener Gruppierungen haben das Berufsbild „KindheitspädagogeIn“ mehr und mehr in den Blick der Aufmerksamkeit rücken lassen. Abgesehen davon, ist der Studiengang mittlerweile genügend alt, so das ausgebildete Kindheitspädagogen in einer größeren Zahl in verschiedenen Arbeitsfeldern ankommen – das alles trägt zum Bekanntwerden bei.

Momentan sind es übrigens rund 5% akademisch ausgebildeter Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen. Ein kontinuierlicher Anstieg dieser Zahl wird erwartet (vgl. Fuchs-Rechlin & Smidt 2015; Kirstein, Haderlein & Fröhlich-Gildhoff 2012).

Mit diesem Bekanntwerden ist es allerdings nicht getan – denn die Frage nach dem „Was ist das überhaupt?“ bleibt. Publikationen und Berufsbilder werden veröffentlicht und geben eine fachliche Grundlage, auf der eine Profilierung des Berufsbildes aufbauen kann. Und genau da sind wir, die Kindheitspädagogen, gefragt. Durch unsere Präsentation nach außen z. B. bei Vorstellungsgesprächen, im Berufsleben, auf Fachtagungen oder in Fortbildungen transportieren wir immer auch ein Bild von „den Kindheitspädagogen“. Es ist also gut Antworten auf eventuelle Fragen zu haben:

Berufsspezifische Position bzw. Arbeitsfelder:

Allgemein: Kinder- und Jugendhilfe; Bildungs- und Gesundheitswesen

  • Kernhandlungsfeld: Kindertageseinrichtung mit Hort, Ganztagesgrundschulen, Familienbildung & Beratung, Kinderschutz.
  • Neue Handlungsfelder: Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser, Kommunale Vernetzung, Frühe Hilfen, Frühförderung, Freizeit- und Erholungspädagogik.
  • Übergreifende bzw. erweiterte Handlungsfelder: Leitung, Fachberatung, Projektentwicklung und -begleitung, Organisationsberatung, Qualitäts- und Teamentwicklung, Koordinationsaufgaben in Trägerorganisationen und Fachverbänden, Aus-, Fort- und Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit, fachpolitische Vertretung, sozialräumliche und kommunale Koordinations- und Vernetzungsaufgaben, Hochschulen und Forschungsinstitut

Alleinstellungsmerkmale:

  • Professionelle Haltung und forschender Habitus
  • Konzeptionelle Planung & Durchführung
  • Systematischer Praxiszugang über eine wissenschaftliche Analyse; Wissenschaftlich reflektiertes Theorie-Praxis Verhältnis
  • Wissenschaftliches Arbeiten: z. B. wissenschaftliche Recherche und Methoden der Sozialforschung, Praxisforschung, Evaluationsforschung.

Hier findet Ihr das ausführliche Berufsprofil, welches vom Studiengangstag entwickelt wurde (PDF):

Berufsprofil_Kindheitspädagogen

Ohne Zweifel stehen wir noch am Anfang einer Entwicklung hin zu klaren Profilen und multiprofessionellen Teams, einer Gehaltseinstufung bzw. Eingruppierung und dem Finden unserer porfessionellen Rolle im Feld der Pädagogik!

Und was denkst Du über diese theoretische Profilierung der Kindheitspädagogen? Hinterlass ein Kommentar und erzähl uns von Deinen Erfahrungen!

Literatur:

Kirstein, N., Fröhlich-Gildhoff, K. & Haderlein, R (2012): Von der Hochschule an die Kita Berufliche Erfahrungen von Absolventinnen und Absolventen kindheitspädagogischer Bachelorstudiengänge. Deutsches Jugendinstitut e.V. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF), München.

Robert Bosch Stiftung (2008): Frühpädagogik Studieren – ein Orientierungsrahmen für Hochschulen; http://www.boschstiftung.de/content/language1/downloads/PiK_orientierungsrahmen_druckversion.pdf, Zugriff 11.1.2016

Stieve, C. & Dreyer, R. (2015): Innovationen: Berufsbild „KindheitspädagogIn“ Politische Entwicklungen, Anfragen und Herausforderungen. Frühe Bildung, 4 (2), 113 – 116 © Hogrefe Verlag, Göttingen.

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