Kindheitspädagog*innen & Arbeitswelt: Stellvertretende Leitung

Als Kindheitspädagogin in der Kindertageseinrichtung als stellvertretende Leitung

Lina wurde 1991 in Wuppertal geboren und wuchs in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein auf. Nachdem Sie mit Ihrer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten sehr unzufrieden war, zog Sie nach Bristol, UK um dort an einer Schule für körperlich und geistig schwerbehinderte Menschen zu arbeiten – das brachte Sie Ihrem Traumjob ein ganzes Stück näher. Mit 21 Jahren begann Sie dann an der Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd Kindheitspädagogik Bachelor of Arts zu studieren. Sie sagt selbst: Ihre Ansprüche an einen Job waren hoch und so regnete es Absagen – meist mit der Begründung, dass Sie nicht über genügen Erfahrung verfüge.

Wie Sie dann doch einen Job gefunden hat und vor allem welchen, erzählt Sie uns in einem kurzen Interview.

Viel Spaß bei dem heutigen Gastgespräch!

Erzähl doch mal kurz: Was machst Du jetzt genau beruflich?

Ich habe einen Job als Leitungsvertretung einer sehr großen Kita (aktuell 170 Kinder, in guten Zeiten 260).

Ich erfülle Managementfunktionen und muss praktisch Kompetenz und Engagement auf dem pädagogischen Gebiet verbinden. Außerdem leite ich Betriebseinheiten in all ihren pädagogischen, personellen und betriebswirtschaftlichen Aspekten. Ich berate und leite Erziehungskräfte in ihrer Arbeit an und bin mit der Leitung zusammen verantwortlich dafür, dass die Konzeption regelmäßig fortgeschrieben wird. Auch die Qualität der pädagogischen Arbeit überprüfe ich regelmäßig.

Dass die Grundsätze einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Eltern in die Praxis umgesetzt werden gehört ebenso zu meinen Aufgaben wie die Tätigkeit als Berater und Ansprechpersonen für die Eltern – auch im Fall von Problemen oder Konflikten – zur Verfügung zu stehen. Es wird von mir erwartet, dass ich meine Fähigkeiten so einsetze, dass ich die Mitarbeiterinnen fördere und ihnen eine qualifizierte und verlässliche Arbeitsleistung abverlange. Nach den Grundsätzen eines kooperativen Führungsstils muss ich den Mitarbeiterinnen Möglichkeiten der Partizipation und selbstständige Gestaltungsspielräume eröffnen.

Das Leistungsangebot der Kita muss so gut wie möglich an die Nachfrage nach Kindertagesbetreuung im Stadtteil angepasst werden. Ich muss Informationen über Betreuungsbedarfe und Elternwünsche zusammentragen und auf dieser Grundlage entscheiden, wie ich das Angebot der Kita weiterentwickelt. Auch das Vertreten der Kita in der Stadtteil-Öffentlichkeit gehört dazu.

Ich habe ein hohes Maß an Eigenverantwortung auch bei der Verwendung der finanziellen Ressourcen der Kita; ich plane und entscheide wirtschaftlich im Rahmen des Budgets, um die verfügbaren Mittel bestmöglich für die pädagogischen Aufgaben einzusetzen.

Ich bin praktisch das Bindeglied zwischen der Kita und dem Träger als Gesamtunternehmen. Dadurch arbeite ich eng mit der Zentrale zusammen und wirke in unterschiedlichen Formen an Planungs- und Entscheidungsprozessen für den gesamten Träger mit.

All diese Aufgaben teile ich mir mit der Leitung.

Und wie bist du dazu gekommen?

Mein Träger hat einen großen Internetauftritt und ich habe mich ganz gewöhnlich im Onlineportal des Trägers beworben. Für Erziehertätigkeiten habe ich mich nicht beworben weil ich mich nicht genug gefordert gefühlt hätte.

Hast du das Gefühl durch dein Studium gut auf deine jetzige Tätigkeit vorbereitet zu sein?

Größtenteils schon.

Was motiviert dich?

Das Aufgabenfeld, die Verantwortung, die ich habe, Lob und der Gedanke daran in einiger Zeit selbst eine Kita zu leiten.

Was würdest du anderen (Kindheit-)Pädagogen*innen & Erzieher*innen sagen, die auch gerne als stellvertretende Leitung arbeiten möchten?

Niemals unter Wert verkaufen, die Hoffnung nicht aufgeben (nicht gleich die erst beste Stelle annehmen) und sich selbstbewusst verkaufen.

Danke Lina für den Einblick und deine klaren Worte! Hoffnung nicht aufgeben und vor allem selbstbewusst (aber realistisch) als Kindheitspädagogen im Feld auftreten. Es zahlt sich aus.

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*